In der zweiten Januarwoche findet traditionell die „Allianzgebetswoche“ statt. Evangelische Christen aus ganz unterschiedlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen kommen dann zusammen, um das Jahr gemeinsam mit Gebet zu beginnen. Die „Allianzgebetswoche“ habe ich bislang immer an meinem eigenen Wohnort besucht. Umso gespannter war ich in diesem Jahr, wie sie in anderen Orten im Dekanat Dillenburg gestaltet wird.
Ich hatte bereichernde Begegnungen mit anderen Christen aus der Evangelischen Kirche, der Methodistenkirche, der Freien evangelischen Gemeinde und den Brüdergemeinden, weil unterschiedliche Auffassungen, Lehrmeinungen, Traditionen und Gottesdienstformen nicht im Vordergrund standen, sondern die Ausrichtung auf den, der durch seinen Tod die Zäune abgebrochen hat (Eph. 2,14) und dessen Wunsch es ist, dass wir „eins werden“ (Joh. 17, 23).
Es wurde etwas spürbar von dem, was ich mit einem Zitat von Willy Brandt umschreiben möchte: „Jetzt wächst wieder zusammen, was zusammen gehört.“ Das hat er 1989 beim Fall der Berliner Mauer gesagt. Aber es trifft auch auf die Nachfolger Jesu zu. Sie gehören im Glauben zusammen und stehen doch oft vor Mauern und Schranken.Wie schön wäre es, hier öfter mal einen Mauerfall zu erleben.
Die „Allianzgebetswoche“ ist so ein kleiner Durchbruch. Ein guter Anfang für das neue Jahr, finde ich. Wir Christen sollten öfter Gemeinschaft miteinander pflegen – auch über den evangelischen Tellerrand hinweg mit unseren katholischen und orthodoxen Geschwistern. Eine weitere Möglichkeit bietet die „Gebetswoche für die Einheit der Christen„, die auf der nördlichen Halbkugel traditionell in der Woche vom 18. bis 25. Januar stattfindet. Diese Gebetswoche ist bei uns leider noch unbekannt. Bekannter ist der ökumenische „Weltgebetstag„, der am 2. März in vielen Gemeinden begangen wird.
Begegnungen entstehen aber auch dort, wo sich Christen gegenseitig in den Gottesdiensten besuchen. Ob Kanzeltausch unter den Predigern oder Gemeindebesuche — probieren Sie es doch mal aus und suchen Sie den Kontakt zu anderen Christen. Ich will das selber in diesem Jahr praktizieren und freue mich, Sie in Ihrer — oder auch in meiner — Gemeinde zu treffen und kennen zu lernen.





























