In Berlin ist die zweite deutsche Islam-Konferenz zu Ende gegangen. Der Verlauf und das Ergebnis der Gespräche werden von Regierung und muslimischen Verbänden unterschiedlich gewertet, wie man aus den folgenden Schlagzeilen sehen kann:
- Islamkonferenz ohne Beschlüsse (FAZ.Net)
- Zweite deutsche Islamkonferenz als Erfolg bezeichnet (MDR)
- Muslime kritisieren ziellose Debatte (RP-Online)
- Grabenkämpfe lähmen Schäubles Islamkonferenz (Spiegel Online)
Einig waren sich die 30 Teilnehmer — 15 Vertreter von deutschen Behörden und 15 Vertreter der Muslime – -, „dass der Dialogprozess nützlich und gewollt“ sei. Doch in wichtigen Punkten wurde weiterhin keine Lösung gefunden, z.B. in der Forderung, dass sich alle Muslime auf die deutsche Werteordnung verpflichten müssten und der Anerkennung muslimischer Verbände als Religionsgemeinschaft und als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Spiegel Online schreibt:
Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, forderte ein Ende der „ziellosen“ Debatten. Man brauche einen Zeitplan und müsse die Arbeitsweise der Islamkonferenz prüfen. Zuvor hatten schon andere Teilnehmer die Zusammenkünfte als endloses Palaver „bestenfalls auf Volkhochschulniveau“ bezeichnet.
Trotz seiner Einwände gegen die Arbeitsweise der Konferenz würdigte Köhler die Bedeutung des Dialogs: „Die Konferenz ist ein Prozess, ein sehr wichtiger Prozess, den wir fortführen müssen.“
Auch für Innenminister Schäuble ist der Dialog des Staates mit den Muslimen trotz aller Schwierigkeiten auf einem guten Weg: „Das Wichtigste ist, wir sind bei allem Streit entschlossen weiterzumachen.“
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