Krankheit und Tod — wenn sie uns betreffen

Unter dem Thema „Krankheit und Tod — wenn sie uns betreffen“ stand der letzte Abend der Ökumenischen Vortragsreihe zum Thema “Krankheit und Tod im Christentum und den Religionen” am vergangenen Montag, 19.11. in Dillenburg. Der Ökumenische Arbeitskreis der Evangelischen Kirchengemeinde Dillenburg und der Katholischen Pfarrgemeinde Herz Jesu hatte dazu Herrn Dr. Wilhelm Hirlinger, Chefarzt für Anästhesie an den Dill-Kliniken in Dillenburg, und Herrn Roland Schönfelder, Diplomtheologe und Geschäftsführer der Hospizdienste Lahn-Dill, eingeladen. Beide hielten ein Kurzreferat und standen beim anschließenden Podiumsgespräch für die Fragen der Zuhörer zur Verfügung.

In seinem Vortrag zum Thema „Umgang mit Schwerstkranken und deren Angehörigen“ wies Dr. Hirlinger darauf hin, dass in der heutigen Medizin die Selbstbestimmung des Patienten einen hohen Stellenwert einnehme. Eine Vorsorge in Form einer Patientenverfügung sei daher dringend geboten, um sicherzustellen, dass den Wünschen des Patienten entsprochen werde, wenn dieser nicht mehr in der Lage sei, sich zu äußern. Auch das aktuell in den Medien diskutierte Thema Sterbehilfe kam in seinem Vortrag zur Sprache. Hirlinger betonte, dass die aktive Sterbehilfe in Deutschland verboten sei, stattdessen versuche man, den Patienten mit Schmerztherapie ihr Leiden erträglich zu machen.

Roland Schönfelder plädierte in seinem Referat zum Thema „Begleitung von Sterbenden“ für eine neue Sterbekultur, eine ‚ars bene moriendi’. Dazu wolle die Hospizbewegung mit beitragen, die in Hessen in über 100 Gruppen mit rund 1500 Ehrenamtlichen tätig sei. In Vorbereitungs­kursen würden die Ehrenamtlichen für ihren Einsatz als Sterbebegleiter geschult. Dazu gehöre neben Sachthemen vor allem auch Biographiearbeit. „Das Begleiten von Sterbenden setzt eine Beschäftigung mit der eigenen Sterblichkeit voraus“, so Schönfelder.

Zum Abschluß des Abends überreichte die Kirchenvorstandsvorsitzende Ellinor Brandt beiden Referenten eine Flasche Wein und ein „Lesezeichen“.

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Herr Hirlinger (links) und Herr Schönfelder (rechts) freuten sich über Wein und „Lesezeichen“ (Foto: Uwe Seibert)

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