Dekanatsfrauentag zum Thema “Die Frau im Judentum”

Unter dem Thema “Die Frau im Judentum” stand der Dekanatsfrauentag, zu dem das Evangelische Dekanatsfrauenteam am Mittwochnachmittag in die Dillenburger Stadthalle geladen hatte. Eingestimmt auf dieses Thema wurden die rund 80 Frauen mit einem israelischen Lied, vorgetragen von Stephanie Franz (Geige) und Hiltrud Specka (Gitarre), die auch den Gesang der Frauen an diesem Nachmittag begleiteten.

Der Referent, Pfr. Carsten Koch aus Dillenburg, spannte in seinem Vortrag einen weiten Bogen. Aus religionsgeschichtlicher Sicht stellte er nicht nur die Rolle der Frau im Judentum dar, sondern vermittelte eine Menge Hintergrundinformation über die Geschichte und verschiedene Strömungen des Judentums.

Gebet, Gottesdienst und religiöse Studien seien im traditionellen Judentum Domänen des Mannes. Doch auch die Frau genieße im traditionellen Judentum ein hohes Ansehen, so der Redner. Sie sei „Priesterin des Hauses”, und wird sogar als „Schechina (Einwohnung) Gottes im Leben” bezeichnet. Sie wache über das Einhalten der Gebote im Alltag, vor allem die koschere Ernährung.

Um „Fleischiges” von „Milchigem” streng zu trennen, gebe es in einem traditionellen jüdischen Haushalt zwei Kühlschränke, zwei Paar Koch- und Essgeschirre und man achte darauf, dass „Fleischiges” und „Milchigem” nicht zusammen oder in zeitlicher Nähe zueinander verzehrt würde. Für den Sabbat backe die jüdische Frau spezielles Brot (Challa) und zur Einstimmung auf den Sabbat – der am Abend beginnt – entzünde sie feierlich Kerzen.

Neben dem traditionellen Judentum gebe es freilich viele weitere Richtungen. So würden im Reformjudentum jüdische Frauen heute vermehrt auch in die traditionellen Domänen der Männer vordringen und könnten auch Kantorin und Rabbinerin werden.

Am Ende eines langen Vortrags hatten die Zuhörerinnen viel Neues über den jüdischen Glauben und den Alltag der jüdischen Frau gelernt.

Fotos: Uwe Seibert

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