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Pater Kliegel berichtete aus Osorno

Er stammt aus Schlesien, wuchs auf in Dillenburg und ist als katholischer Priester seit über 40 Jahren im südchilenischen Osorno tätig. Am Wochenende war Pater Peter Kliegel, den man in Osorno nur als „Padre Pedro“ kennt, in Dillenburg zu Gast und berichtete über seine aktuellen Projekte.

Kliegel, über dessen Tätigkeit in Chile im vergangenen Jahr sogar eine Fernsehdokumentation („Der Häuslebauer am Ende der Welt„) des SWR berichtete, hielt am Samstagabend zunächst die Vorabendmesse in der katholischen Pfarrkirche Herz-Jesu, anschließend gab es im Pfarrsaal ein Zusammentreffen mit der Dillenburger Gemeinde, die den Geistlichen seit über 30 Jahren unterstützt.

Heinz-Dieter Bange (links), der Vorsitzende des Missionsausschusses der Katholischen Pfarrei "Herz Jesu" Dillenburg, begrüßte Pater Peter Kliegel (rechts) und überreichte ihm einen Scheck über eine große Sonderspende (Foto: Uwe Seibert)

In Osorno baute Kliegel in den Siebzigern nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit Slumbewohnern die Maximilian-Kolbe-Siedlung. Mit Baumaterial, das mit Spenden — auch aus Dillenburg — finanziert wurde, baute man Häuser, Schulen, Kirchen und Jugenddörfer als Unterkunft für Schüler während der Woche. Zusammen mit seinem deutschen Kollegen Vinzenz Gottschalk hob Kliegel mit den Slumbewohnern jahrelang Gräben aus, rührte Beton an und stand selbst an der Kreissäge.

Rund 1.000 Häuser wurden gebaut und die Bewohner erreichten durch diese Initiative materiellen Wohlstand, einen sozialen Zusammenhalt und einen nachhaltigen sozialen Aufstieg. Heute ist der in Eigenarbeit entstandene Stadtteil einer der begehrtesten in Osorno. Nirgendwo in Osorno ist die Solidarität unter den Bewohnern so groß und die Kriminalität so niedrig.

Um junge Menschen im Glauben und für das Leben zu formen, rief die Pfarrei in Osomo vor über 30 Jahren die Jugendstiftung „Cristo Joven“ (junger Christus) ins Le­ben. Heute ist auch diese Jugendarbeit aus Osorno nicht mehr wegzudenken.

Die Internetseite der Stiftung Cristo Juven

Die Internetseite der Stiftung Cristo Juven

Vor einigen Jahren startete man dann mit dem Aufbau ei­ner Musikschule. „Nachdem der leibliche Hunger gestillt war, hatten die Menschen Hunger nach Kultur“, so Pater Kliegel. Mit gespendetem Geld kaufte man Instrumente und Mobiliar. Inzwischen geht das Jugendorchester der Musikschule, dessen typisch südamerikanische Musik sehr beliebt ist, sogar auf Konzertreisen.

Osorno ist eine echte Erfolgsgeschichte. Dennoch möchte Pater Kliegel, der bald siebzig wird, sich irgendwann aus dieser Arbeit zurückziehen — wenn man ihn denn lässt. Schon ein paar Mal wollte sich der Priester versetzen lassen, aber immer wieder zwangen ihn sein Bischof oder die Umstände zu bleiben.

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