Ökumenischer Gesprächskreis beschäftigte sich mit dem Christlich-Jüdischen Dialog

Muenz

Der katholische Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V., Dr. Christoph Münz (Foto: Uwe Seibert)

Am Mittwoch, 27. Mai, fand im Evangelischen Gemeindehaus in Oberscheld ein Treffen des Ökumenischen Gesprächskreises zum Thema „Christlich-Jüdischer Dialog“ statt. Als Referent und Gesprächspartner eingeladen war der katholische Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg (GCJZ) e.V., der Historiker Dr. Christoph Münz (Greifenstein).

Zu Beginn berichtete Dr. Münz über die Entstehungsgeschichte der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit. So erfuhren wir, dass 1948/49, also schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in München, Wiesbaden, Frankfurt, Stuttgart und Berlin die ersten Einzelgesellschaften ins Leben gerufen wurden. Die Initiative zur Gründung dieser Vereine kam unter anderem von der amerikanischen Besatzungsmacht, im Rahmen ihres Umerziehungs­programms. Am 10. November 1949 gründeten die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit als Dachverband den Deutschen Koordinierungsrat mit Sitz in Bad Nauheim.

Heute gibt es in der Bundesrepublik Deutschland 84 lokale und regionale Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, mit rund 20.000 Mitgliedern, Freunden und Förderern. Ein besonderes Merkmal ist, dass die Gesellschaften immer drei Vorsitzende haben: einen evangelischen, einen katholischen und einen jüdischen. Die Vereinsarbeit wird aus öffentlichen Mitteln, Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.

Anhand der Präambel zur Satzung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V. erläuterte Dr. Münz die Aufgaben und Ziele seines Vereins. Dazu gehört unter anderem folgendes:

  • Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden bei gegenseitiger Achtung aller Unterschiede,
  • Erinnerung an die Ursprünge und Zusammenhänge von Judentum und Christentum,
  • Selbstbesinnung in den christlichen Kirchen hinsichtlich der in ihnen theologisch begründeten und geschichtlich verbreiteten Judenverachtung und Judenfeindschaft

Lange unterhielten wir uns über die Frage, wie es innerhalb der christlichen Kirchen zu Judenfeindschaft kommen konnte und warum in Nazi-Deutschland nicht mehr Menschen gegen die Verfolgung und Ermordung der Juden aufgestanden sind. Dr. Münz betonte: „Es geht nicht um Schuldzuweisung, sondern um ein Nachdenken über die Ursachen.“

Zum Schluss erinnerte Dr. Münz an einige Veranstaltungen, die von der GCJZ Dillenburg in den letzten Jahren durchgeführt wurden: Vorträge über theologische, historische und gesellschaftspolitische Themen, kulturelle Veranstaltungen, Ausflüge und anderes mehr. Münz lud ein, an künftigen Veranstaltungen der GCJZ teilzunehmen, so z.B. an der Verleihung der Charlotte-Petersen-Medaille am 1. Juli in der Stadthalle in Dillenburg.

Der ökumenische Gesprächskreis findet alle zwei Monate, Mittwochabends von 19.30 bis 21.30 Uhr und an wechselnden Orten im Dekanat Dillenburg statt. Die Teilnahme ist unverbindlich und für Christen aller Konfessionen und geistlichen Prägungen offen.

Das nächste Treffen soll am 22. Juli in Hirzenhain sein. Beschäftigen wird uns dann der Reformator Johann Calvin, der in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag gefeiert hätte.

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