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Begegnung mit afrikanischen Christen und charismatischer Frömmigkeit

Pfarrkonvent

Zwölf Mitglieder des Pfarrkonvents Dillenburg haben an einer selbst organisierten Fortbildung an der Missionsakademie Hamburg teilgenommen. Die Teilnehmer (von links nach rechts): Vorne Michael Reschke, Uwe Seibert, Angelika Angerer, Wolfgang vom Dahl, Karl Müßener. Mitte: Wieland Schäfer, Ulrich Schmidt, Michael Böckner, Michael Brück. Hinten: Roland Jaeckle, Jonas Schmidt, Martin Wieschemann. Oben ganz rechts Dr. Werner Kahl, der Studienleiter der Missionsakademie. (Foto: Privat)

Alle zwei Jahre fahren die Pfarrerinnen und Pfarrer des Dekanates Dillenburg zu einer gemeinsamen selbst organisierten Fortbildung. Diese Fahrt wird von den Teilnehmern weitgehend selbst finanziert. Das Ziel war in diesem Jahr die Hafenstadt Hamburg, mit 1,7 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands, die auch als „Tor zur Welt“ bezeichnet wird.  Im Tagungshaus der Evangelischen Missionsakademie beschäftigten wir — eine Pfarrerin, acht Pfarrer und drei weitere Dekanatsmitarbeiter — uns mit charismatischer Frömmigkeit, afrikanischen Migrantengemeinden und den Auswirkungen der Globalisierung.

Neben Grundsatzreferaten von Dozenten und Stipendiaten der Missionsakademie gab es im Tagungshaus und in verschiedenen Stadtteilen Hamburgs Begegnungen mit Vertretern der Pfingstbewegung und afrikanischen Pastoren. So besuchten wir die Hamburger Elim-Gemeinde — eine deutsche Pfingstgemeinde — und das „Central Faith Ministry“ — eine afrikanische Migrantengemeinde.  Gerne hätten wir auch den Internationalen Gospelgottesdienst besucht, der seit Mitte 2006 in Hamburg regelmäßig am zweiten Sonntag im Monat stattfindet. Dieser Gottesdienst, den deutsche und afrikanische Christen zusammen feiern, enthält viele afrikanische und charimatische Elemente.

Wir erfuhren, dass viele afrikanische Christen in der lutherisch geprägten Landeskirche in Hamburg keine geistliche Heimat gefunden und deshalb eigene Gemeinden gegründet haben. Heute gibt es in Hamburg rund 80 afrikanische Migrantengemeinden, die meisten von ihnen charismatisch geprägt. Ihre Pastorinnen und Pastoren üben tagsüber meist noch einen anderen Beruf aus und haben deutliche Defizite in ihrer theologischen Ausbildung. Um ihnen zu helfen, bietet die Missionsakademie seit einigen Jahren das „African Theological Training in Germany“ (ATTiG) an. Das Curriculum dieses zweijährigen berufs- und praxisbegleitenden Kurses ist als ökumenischer Dialog mit den überwiegend pfingstlich-charismatischen Gemeinden angelegt und will einen interdenominationalen theologischen Austausch ermöglichen.

Auch während unserer Fortbildung ging es immer wieder um die Fragen: „Was verbindet uns?“ und „Was können wir voneinander lernen?“ Zwischen den freikirchlichen charismatischen Gemeinden und den landeskirchlichen Ortsgemeinden gibt es auch bei uns wenig Kontakte. Unkenntnis und Vorbehalte gegenüber Lehre und Frömmigkeitsstil und der Eindruck von Konkurrenz verursachen Berührungsängste und stehen einer Begegnung auf beiden Seiten im Weg. Ähnlich ist das auch im Blick auf die (bei uns vor allem russlanddeutschen) Migrantengemeinden.

Erfahrungen im ökumenischen Dialog mit Migrantengemeinden in Hamburg sind richtungweisend und können auch für uns im Dekanat Dillenburg als Modell für Begegnungen mit charismatischen Gemeinden und mit Christen ausländischer Herkunft dienen.

Am letzten Tag unserer Fortbildung ging es um Globalisierung, Migration und die Auswirkungen der Finanzkrise. Anschaulich wurde dieses Thema durch eine Hafenrundfahrt und einen Rundgang durch die neu entstehende Hafencity.  Wir erlebten Hamburg als eine dynamische Stadt voller Gegensätze: das ordentliche und reiche Nienstedten (dort ist die Missionsakademie) mit seinen imposanten Villen , den Hafen mit seinen beeindruckenden Anlagen, die großen Einkaufsgalerien in der Hamburger Innenstadt, aber auch die ärmeren Stadtviertel.

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