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Ängste durch direkte Begegnungen überwinden

Am Sonntag hat die Schweiz per Volksabstimmung beschlossen, dass dort Moscheen künftig nicht mehr mit Minaretten gebaut werden dürfen. Der Grund: Ein Minarett sei ein „Machtsymbol des Islams„. Hinter dieser Ablehnung eines Turms, von dem aus zum Gebet gerufen wird, steckt neben negativen Erfahrungen mit fundamentalistischen Muslimen auch eine diffuse Angst vor dem Fremden. Der neue Kirchenpräsident der EKHN, Dr. Volker Jung meint dazu:

„Die Abstimmung in der Schweiz ist Ausdruck von Angst vor Überfremdung und vor einer sichtbar multireligiösen Welt. Sie ist psychologisch verständlich, aber dennoch ein untauglicher Versuch, mit dem man die Herausforderungen in unserer globalisierten Welt nicht bewältigen kann. Damit wird man auch dem hohen Gut der Religionsfreiheit, das die Verfassung garantiert, nicht gerecht. Als Kirchen ist es in unserer Gesellschaft unsere Aufgabe, für die Religionsfreiheit — auch für die Freiheit anderer Religionen — einzutreten und daran mitzuwirken, die Vertreterinnen und Vertreter anderer Religionen zu integrieren. Das wird nur gehen, wenn man die bestehenden Ängste ernstnimmt und hilft, sie in der direkten Begegnung und im Zusammenleben zu überwinden.“

Ich bin sehr froh über diese Stellungnahme unseres Kirchenpräsidenten, die ich voll und ganz unterstütze. Es nützt nichts, unsere Ängste vor dem Islam und der Überfremdung zu verdrängen. Sie können nur dadurch abgebaut und überwunden werden, dass wir einander kennenlernen und wir als Christen sollten von uns aus die Begegnung suchen und Begegnungsräume schaffen. Dazu möchte ich auch im Rahmen meiner Arbeit als Referent für Mission und Ökumene im Dekanat Dillenburg beitragen.

Leider wird eine solche Position oft als „Gutmenschentum“ belächelt. Wer den Dialog sucht und der anderen Religion Freiräume einrichtet, dem wirft man vor „einzuknicken“. Die, die die vorhandenen Ängste zusätzlich schüren, finden meistens mehr Zustimmung. Schade!

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