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Rückblick Ökumenischer Kirchentag

(hjb/us). Viele positive Eindrücke nehmen die 48 evangelischen und katholischen Christen aus der Region mit, die als Gruppe gemeinsam den „Zweiten Ökumenischen Kirchentag“ in München besucht haben. Die Fahrt zur fünftägigen Großveranstaltung hatte Schwester Simone Hachen von der katholischen Fachstelle für Jugendarbeit Lahn-Dill-Eder organisiert.

Für beide Konfessionen war die gemeinsame Fahrt mit dem Bus „ein Zeichen für gelebte Ökumene hier vor Ort“, sagt Dekanatsjugendreferent Michael Reschke. Das nass-kalte Wetter hatte die Teilnehmenden nicht abgeschreckt, sich unter die insgesamt 100.000 Kirchentagsbesucher zu mischen. Die Ökumene ist wetterfest“, so wird der katholische Kirchentagspräsident Alois Glück zitiert, der gemeinsam mit dem evangelischen Präsidenten Eckhard Nagel die Menschen aufrief: „Lasst uns gemeinsam einen neuen Aufbruch wagen!“

„Abend der Begegnung“ in der Innenstadt Münchens zwischen Karlsplatz, Marienplatz und Odeonsplatz. Zum Abschluss der Feier entzündeten die Teilnehmenden Kerzen, ein gewaltiges Lichtermeer entstand. Foto: U. Seibert

Besonders eindrucksvoll war der „Abend der Begegnung“ in der Innenstadt Münchens zwischen Karlsplatz, Marienplatz und Odeonsplatz. Zum Abschluss der Feier entzündeten die Menschen Kerzen, so dass ein gewaltiges Lichtermeer entstand. Im Menschenmeer unterwegs war auch das konfessionsverbindende Ehepaar Andrea und Frank Satzke aus Haiger. Die Dozentin an der Lahn-Dill-Akademie ist evangelisch und ihr Mann, der Bilanzbuchhalter, ist katholisch. Für beide war es der erste Kirchentag überhaupt: „Wir waren positiv überrascht, wie lebendig Christen beider Konfessionen hier gemeinsam ihren Glauben feierten und miteinander ins Gespräch kamen“.

Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt auf dem Odeonsplatz (Foto: Uwe Seibert)

Besonders beeindruckt hat mich auch ein ökumenischer Gottesdienst am Odeonsplatz am Donnerstagvormittag. Dort waren Tausende Christen ganz unterschiedlicher Konfessionen — Protestanten, Katholiken, Orthodoxe und Freikirchler — zum Fest Christi Himmelfahrt versammelt. Während des Gottesdienstes wurde der „Schöpfungstag“ proklamiert, der in Zukunft immer am ersten Freitag im September gefeiert werden soll. Dabei bekamen die offiziellen Vertreter der am Gottesdienst beteiligten Konfessionen von Kindern kleine Apfelbäume überreicht. Dieses Zeichen hat mich sehr berührt.

Neben den Diskussionen zum gemeinsamen Abendmahl wurden viele weitere Themen diskutiert wie soziale Gerechtigkeit, die gesellschaftliche Verantwortung der Christen oder der interreligiöse Dialog. Ich habe diesmal vor allem Veranstaltungen zum Thema Mission und interreligiöser Dialog besucht.

Teilgenommen habe ich auch an einer Menschenkette für ein gemeinsames Abendmahl der KirchenVolksBewegung »Wir sind Kirche«.

Menschenkette für ein gemeinsames Abendmahl (Foto: Uwe Seibert)

Ökumene braucht einen langen Atem. Langen Atem und eine gute Kondition bewiesen auch die katholischen Frauen aus Eibach und Frohnhausen, die mit anderen 80 Radpilgern der ökumenischen Rad-Pilger-Tour von Nürnberg aus zum Kirchentag nach München radelten. Henny Töpfer aus Eibach unterstützte die Aktion der „KirchenVolksBewegung – Wir sind Kirche“ und war bei allen drei Abschnitten der Tour mit dabei, die in Berlin startete, weil dort 2003 der erste Ökumenische Kirchentag stattfand.

Mit der Pilger-Rad-Tour wurde auch an das Ökumenische Pfingsttreffen 1971 erinnert, das vom 3. bis 5. Juni 1971 in Augsburg stattfand sowie an den sehr ökumenisch gesinnten Konzilspapst Johannes XXIII. gedacht, der am 3. Juni 1963 starb. Die Radler haben neben dem Europaradweg R1 und dem Saale-Radweg auch Teile von historischen Pilgerwegen wie dem Jakobsweg und den neuen Lutherradweg genutzt. Übernachtet wurde in Jugendherbergen und in Gasthöfen. Es war auch möglich, nur eine Teilstrecke oder einen Tag mitzuradeln oder zu den Treffpunkten zu kommen.

Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag: Vom 1. bis 5. Juni 2011 findet in Dresden der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Wir werden sicher wieder eine Gruppenfahrt dorthin anbieten.

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2 Antworten

  1. Ein schöner Nachbericht über den Ökumenischen Kirchentag – besser kann man es nicht in Worte fassen! :-)

  2. Auf der Webseite des ÖKT gibt es übrigens auch Manuskripte von Redebeiträgen

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