Biwel off Doosbaier Platt

Der gebürtige Donsbacher Klaus-Dieter Winkler hat eine „Biwel off Doosbaier Platt“ verfasst.

Text und Fotos: Volker Lommel

Im Frühjahr 2010 staunte der Donsbacher Heimatforscher Günter Gail über seine umfangreiche Tagespost. Der gebürtige Donsbacher Klaus-Dieter Winkler und (60) hatte ihm eine Bibelübersetzung in den Donsbacher Dialekt geschickt, dazu ein fünf Ordner füllendes Dialekt-Wörterbuch und 49 dazugehörige und selbst besprochene Ton-Kassetten.

Seite für Seite hatte Winkler innerhalb zwei Jahrzehnten außer der gesamten Bibel auch noch ein Wörterbuch im Donsbacher Dialekt verfasst. Gail  konnte einen mit dem Dorf eng verbundenen Geschäftsmann, der den historischen Wert von Winklers Arbeit zu schätzen wusste, für ein zeitgemäßes Folgeprojekt gewinnen. Selbstlos realisierte dieser die Digitalisierung der losen Bibel-Blattsammlung, die von Winkler noch mit Schreibmaschine verfasst war. Danach konnte das Werk in Druck gegeben werden.Somit ist jetzt die wohl als einmalig geltende Übersetzungsarbeit des „Wahlschwaben“ Klaus-Dieter Winkler gesichert und der Allgemeinheit zugängig gemacht.

Der Familienvater Winkler ist gelernter Einzelhandelskaufmann. Aus seinem Heimatort Donsbach verschlug es ihn in den hübschen schwäbischen Barockwinkel Thannhausen, zwischen Augsburg und Ulm gelegen.

Letztes Jahr las Klaus-Dieter Winkler in der voll besetzten Donsbacher Museumsscheune aus seiner „Biwel off Doosbaier Platt“ vor.

Zu seiner Biwel auf Doosbaier Platt sagt er selbst: „Es war mir eine freudige Mühe die Lutherbibel (Analog der Ausgabe von 1912) ins Donsbacher Dialekt zu übertragen!“ Weiter ist sich der Dialektautor sicher, mit seinem Werk einen stattlichen Beitrag zum Erhalt seiner Sprache des Herzens, dem Donsbacher Platt, getan zu haben. Dies spürte man ihm bei einer großen Autorenlesung im Dezember vergangenen Jahres in der voll besetzten Museumsscheune deutlich ab. Dazu hatte der Donsbacher Arbeitskreis „Alte Schmiede e.V.“ Winkler seinerzeit eingeladen.

Nach der Bibellesung bestellten spontan etwa ein Dutzend Zuhörer die in den Donsbacher Dialekt übertragene „Heilige Schrift“.  In diesen Tagen erfolgte die Übergabe der in Band 1 und 2 aufgeteilten und mit Goldprägung versehenen etwa 15 cm dicken Bibeln zu den jeweiligen Druck- und Bindekosten von 180,– Euro plus MWST. Sowohl die Bibel als auch das Wörterbuch und die 49 Tonträger wurden zusätzlich auf einer CD bzw. DVD zusammengestellt und sind wie auch die gedruckte Bibel nachbestellbar. Näheres hierzu wird im nächsten Gemeindebrief der Evangelischen Kirche Donsbach bekannt gegeben.

Advertisements

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Haben Sie Fragen? Hier können Sie Ihren Kommentare hinterlassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: