Nicht die Kirche, Gott muss aufbrechen!

Prof. Dr. Peter Scherle (links) und Dr. Reinhold Kalbhenn, der Vorsitzende des Herborner Ökumenischen Ausschusses. (Foto: Uwe Seibert)

Mit Fragen des Aufbruchs und der Neuorientierung in der Kirche beschäftigt sich eine Ökumenische Vortragsreihe, die der Ökumenische Ausschuss der Katholischen Pfarrgemeinde und der Evangelischen Kirchengemeinde Herborn in diesem Jahr veranstaltet. Gestern Abend fand der erste Vortrag zum Thema „Kirche im Umbruch – Kirche im Aufbruch … aus evangelischer Sicht“ statt.

Trotz frostiger Temperaturen waren rund 70 Zuhörer in die „Hohe Schule“ gekommen. Professor Dr. Peter Scherle, der Studiendirektor des Herborner Theologischen Seminars und ein anerkannter Kirchentheoretiker, erinnerte an die großen Aufbrüche der Kirche im 20. Jahrhundert wie die Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen und das zweite Vatikanische Konzil. Das 20. Jahrhundert sei eine Zeit voller Optimismus gewesen. Seit den neunziger Jahren – zeitgleich mit der Wiedervereinigung Deutschlands – sei eine Veränderung zu spüren. Seither würden dauernd neue Texte produziert, die sich mit der Reform der Kirche beschäftigen.

„Die Kirche wird immer dann zum Thema, wenn es eine Krise gibt“, so der Referent. Das sei schon zur Zeit der ersten Christen und auch im Mittelalter so gewesen. Heute leide die Kirche unter der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft, aber auch unter der demographischen Entwicklung. Zurzeit sei die Kirche in einer Art „Transitraum“. Man wisse noch nicht, wo die Reise hingeht. In dieser Situation sei es wichtig, die wesentlichen Inhalte des Glaubens neu zu entdecken und wieder mehr mit Gottes Wirken zu rechnen: „Nicht die Kirche, Gott muss aufbrechen!“

Die Herborner Ökumenische Vortragsreihe wird am kommenden Donnerstag (16. Februar) fortgesetzt. Zum Thema „Kirche im Umbruch – Kirche im Aufbruch … aus katholischer Sicht“ referiert dann der Heidelberger Neutestamentler Prof. Dr. Klaus Berger. Zwei Wochen später, am 1. März, endet die Reihe mit einem ökumenischen Gespräch zwischen  Pröpstin Annegret Puttkammer (Herborn) und Prof. Dr. Werner Löser (Frankfurt).

Beide Abende finden von 19 bis 21 Uhr in der Aula der Hohen Schule in Herborn statt, der Eintritt ist frei.

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