Werbeanzeigen

„Ohne Sprache geht es nicht“

Netzwerktreffen

Netzwerktreffen in Herborn: Dazu kommen im Schnitt 25 ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagierte Helfer im „Haus der Kirche und Diakonie“ am Hintersand zusammen. (Foto: U. Jung)

HERBORN (uju). Wenn Flüchtlinge keine Bildung bekommen, nimmt man ihnen jegliche Zukunftsperspektive. Darüber sind sich die im ehemaligen Dillkreis engagierten Helfer einig. Und sie wollen etwas dagegen unternehmen.

Seit über einem Jahr treffen sich in Herborn regelmäßig Menschen aus dem ehemaligen Dillkreis, die sich verbindlich für das Wohl der Flüchtlinge einsetzen möchten. Während der Sitzung am Dienstagabend im „Haus der Kirche und Diakonie“ am Hintersand erhielt „das Kind“ einen offiziellen Namen: Netzwerk „Flüchtlingshilfe LDK Nord“. Demnächst möchte die Gruppe sich auch mit einer eigenen Webseite im Internet präsentieren.

Ein wichtiges Ziel der bunt gemischten Gruppe, in der sowohl privat als auch beruflich Engagierte mitarbeiten, ist es, allen Helfern in der Flüchtlingshilfe Unterstützung zu bieten und die Aktivitäten verschiedener Arbeitskreise abzustimmen.

Zu den Treffen kommen alle zwei Monate 25 Männer und Frauen. Mal ist ein Gastredner zu einem bestimmten Thema dabei, mal diskutiert die Gruppe aktuelle Entwicklungen oder Probleme, mal geht es auch ganz persönlich zu.

Am Dienstag ging es darum, eine Marschrichtung für das Netzwerk festzulegen. Fragen wurden diskutiert wie „Welche Ziele können formuliert werden?“, „Soll es bei einer losen Vernetzung bleiben oder in einer Vereinsgründung münden?“ oder auch „Wer soll eingeladen werden?“

Nicht alles konnte ausreichend geklärt werden, doch es kristallisierte sich beispielsweise heraus, bei Bedarf ergänzende thematische Arbeitsgruppen zu bilden. Eine eigene Homepage soll interessierten Helfern der Asylbewerber Informationen und Hilfen bieten und damit „vorhandenes Potenzial zusammenschließen und bündeln“. Auch Fortbildungsprogramme für ehrenamtlich Engagierte sollen angeboten werden.

Isabel-Theres Spanke ist im Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder für Flüchtlingshilfe und Ehrenamt zuständig. Sie stellte eine Fortbildungsreihe vor, die im Oktober in Dillenburg beginnt und sich künftig einmal im Monat mit Themen rund um Asyl beschäftigt.

Außerdem wies sie auf die bundesweite „Interkulturelle Woche“ von Ende September bis Anfang Oktober hin. In der Sparkasse in Dillenburg ist dann eine Ausstellung zum Thema „Asyl ist Menschenrecht“ zu sehen. Und es soll es einen „Abend der Begegnung“ mit Flüchtlingen und einen Filmabend mit Diskussion speziell für Jugendliche geben.

Sabine Weckert unterrichtet an den Gewerblichen Schulen in Dillenburg junge Asylbewerber. Sie stellte das Programm „Integration und Abschluss“ (InteA) vor und wies auf daraus resultierende Probleme hin. Hauptzielgruppe von InteA seien jene Jugendlichen, die sich bei ihrer Ankunft in Hessen zwischen 16 und 18 Jahre alt sind. Der größte Anteil der Flüchtlinge sei aber zwischen 18 und 25 Jahre alt. Immer nur vier von ihnen dürften in die vier in Dillenburg gebildeten Klassen.

Bei der Einschulung der jugendlichen Asylbewerber in der vergangene Woche hätten sich dramatische Szenen abgespielt, berichtete Weckert. Ein junger Mann beispielsweise, der ganz knapp an der Altersgrenze scheiterte, habe mehrmals mit Tränen in den Augen um Aufnahme gebeten.

Solchen jungen Menschen, denen Bildung verwehrt werde, werde auch jegliche Zukunftsperspektive genommen. „Denn ohne Sprache geht es nicht“, betonte Weckert. Auf diesem Gebiet gebe es dringenden Nachbesserungsbedarf.

Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde in Sechshelden, die sich seit einigen Wochen um die Asylbewerber im Heimatort bemühen, nahmen an den Netzwerktreffen teil, um Impulse und Hilfe für ihre ehrenamtliche Tätigkeit zu erfahren. Michael Hörder, Koordinator für Migration und Integration der Allianz-Mission, berichtete vom Arbeitskreis „Offenes Dietzhölztal“. Das ehrenamtliche Engagement sei in mehreren Arbeitskreisen zusammengefasst. So gebe es etwa eine Gruppe, die sich mit der Thematik des Deutschlernens beschäftige, eine andere verwalte Ressourcen.

Kontakt:
Netzwerk „Flüchtlingshilfe LDK Nord“
Uwe Seibert
Telefon: (0 27 71) 65 59
E-Mail: u.seibert(at)ev-dill.de

Werbeanzeigen

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Haben Sie Fragen? Hier können Sie Ihren Kommentare hinterlassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: