Globale Ziele: Ernährung sichern (SDG 2)

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Grafik: globalgoals.org

Im September 2015 haben die Vereinten Nationen 17 globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) beschlossen, die bis zum Jahr 2030 weltweit erreicht werden sollen. Ziel Nr. 2 auf der Agenda: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.

Im Rahmen der „Milleniumsziele“ wurde zwar in den letzten Jahren die Zahl der Hungernden weltweit reduziert, doch noch immer sind fast 800 Millionen Menschen unterernährt. Das geht aus dem Welthungerindex 2016 hervor.

Der folgende Videoclip  erklärt Ursachen und Zusammenhänge:

(Creative Commons Lizenz by-nc-nd/3.0/de/ Autor: Bundeszentrale für politische Bildung für bpb.de)

Ein Mensch hungert, wenn er dauerhaft weniger Kalorien zu sich nimmt, als er verbraucht. Aber Hunger bedeutet nicht nur Mangel an Kalorien. Weltweit sind fast zwei Milliarden Menschen mangelernährt, d.h. es fehlt ihnen an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Mangelernährte Menschen können sich geistig und körperlich nicht richtig entwickeln, sind anfälliger gegen Krankheiten und weniger leistungsfähig.

Auf der anderen Seite sind laut WHO weltweit 1,9 Milliarden Menschen übergewichtig, davon 600 Millionen krankhaft fettleibig. Bluthochdruck, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen sind die Folge.

Unter- und Fehlernährung hängen zusammen mit Armut: viele Menschen haben nicht genug zu essen oder sind übergewichtig, weil sie zu arm sind, um nahrhaftes bzw. gesundes Essen für sich und ihre Familie zu kaufen.

Die Ursachen für Hunger sind vielschichtig: Kriege, Krisen und Katastrophen, schlechte Regierungsführung, ungerechte Landverteilung, Klimaveränderungen, Finanzkrisen, gesellschaftliche Benachteiligung bis hin zu Welthandelsproblemen. Die meisten Hungernden sind nicht von einer akuten Katastrophe betroffen – sie hungern chronisch.

Weitere Fakten, die uns nachdenklich machen sollten:

Die meisten der weltweit … hungernden Menschen leben in Entwicklungsländern im ländlichen Raum, die Mehrheit von ihnen sind Kleinbauern. Die Landwirtschaft ist oft ihre einzige Möglichkeit, die Ernährung zu sichern und Geld zu verdienen. Doch auf den Märkten in Entwicklungsländern kassieren seit Jahren vor allem große Exportbetriebe aus den USA und der EU. (Germanwatch)

1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel landen Jahr für Jahr auf dem Müll. Ein Drittel von dem, was weltweit produziert wird geht verloren, weil es bei der Herstellung oder beim Transport beschädigt wurde oder in Lagern, Läden und Haushalten verdirbt.(Welthungerhilfe)

Gut 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen werden direkt oder indirekt durch unsere Agrar- und Lebensmittelproduktion, deren Verarbeitung, Transport, Verbrauch und Entsorgung verursacht.(Weltagrarbericht)

Was ist nötig?

  • eine ausreichende, gesunde Ernährung muss weltweit gefördert werden
  • vor allem Kleinbauern müssen unterstützt werden
  • Handelsbeschränkungen und Wettbewerbsverzerrungen müssen vermieden werden
  • Land muss gerecht verteilt, Landraub beendet werden
  • vor allem eine umweltschonende, nachhaltige Landwirtschaft sollte gefördert werden

Was können wir tun?

Auch wir können mit unserem Verhalten Einfluss auf die Bekämpfung des weltweiten Hungers und die Ernährungssicherung nehmen. Dazu findet man bei „Brot für die Welt“ gute Anregungen, z.B. folgende:

Kaufen Sie nicht mehr Nahrungsmittel, als Sie auch essen. Zwar sind die Ursachen für Hunger regional sehr unterschiedlich. Dennoch kann sich jedes Lebensmittel, das nicht verschwendet wird, indirekt auf die Ernährungssituation in den Entwicklungsländern auswirken. Achten Sie bei Ihrem Einkauf darauf, dass Sie Produkte aus Fairem Handel in Ihren Wagen legen. Durch sie erhalten Produzenten mehr vom Kaufpreis, so dass sie ihr Leben in Würde leben können. Und achten Sie – wenn es Ihnen möglich ist – darauf, nicht unbedingt die billigsten Nahrungsmittel zu kaufen. Auch die Bäuerinnen und Bauern in Deutschland benötigen einen gerechten Lohn, um auf ihr Land und ihre Tiere achtgeben zu können.

Weitere Informationen:

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Eine Antwort

  1. Habe am Fuß eines Artikels mal drauf verlinkt. Der Artikel heißt: hilft es dem Kind in Afrika, wenn Sie kein Essen wegschmeißen?

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