Beim Abendmahl aufeinander Rücksicht nehmen

Nach einer langen Sommerpause fand gestern Abend wieder ein Treffen des Ökumenischen Gesprächskreises statt, diesmal im Gemeindesaal unter der Evangelischen Auferstehungskirche in Langenaubach. Thema war die „Leuenberger Konkordie“ von 1973, ein Dokument mit dem die rund 450-jährige Epoche der Kirchenspaltung zwischen lutherischen und reformierten Kirchen beendet wurde.

Pfr. Martin Bräuer D.D. erklärte in Langenaubach die Entstehungsgeschichte und theologischen Hintergründe der „Leuenberger Konkordie“. (Foto: Konfessionskundliches Institut)

Vor über 30 Zuhörern erklärte der promovierte Theologe Pfr. Martin Bräuer D.D. (Bild) die Entstehungsgeschichte und theologischen Hintergründe der „Leuenberger Konkordie“. Bräuer ist in Dillenburg geboren, in Ewersbach aufgewachsen und war eine zeitlang Pfarrer in Haiger. Heute arbeitet er als Referent am Konfessionskundlichen Institut in Bensheim.

Im Anschluss hatten die anwesenden Protestanten und Katholiken ein sehr offenes und angeregtes Gespräch über unterschiedliche Abendmahlsverständnisse — einer der Punkte, warum Lutheraner und Reformierte bis 1973 offiziell keine Abendmahlsgemeinschaft hatten.

Die Gesprächsteilnehmer berichteten von ihren Erfahrungen mit der Teilnahme an Abendmahlsfeiern einer anderen Konfession und auch davon, wie unterschiedlich diese Feiern gehandhabt werden. So berichtete eine frühere Missionsschwester, die lange in Indonesien und Papua Neuguinea gelebt hat, dass das Abendmahl dort in Ermangelung von Wein und Brot mit Saft und Süßkartoffeln gefeiert  wurde.

Einig waren sich die Anwesenden, dass das Abendmahl mehrere Bedeutungen hat, die für die Menschen, die daran teilnehmen,  eine mehr oder weniger starke Rolle spielen: Versöhnung, Erinnerung, Gemeinschaft und anderes mehr. Wichtig sei, aufeinander Rücksicht zu nehmen und niemanden zu etwas zu nötigen.

Zum Abschluss des Abends lud Dr. Uwe Seibert, Referent für Mission und Ökumene im Dekanat Dillenburg, zu weiteren Veranstaltungen zum Thema Mission und Ökumene ein, die in nächster Zeit dort stattfinden sollen:

  • ein Podiumsgespräch zum Thema „Mission in einer multireligiösen Gesellschaft“ am 24.10. in Dillenburg
  • eine Ausstellung zum Thema „Mission gestern und heute“, die vom 25.10. bis 6.11. in verschiedenen Kirchengemeinden zu sehen sein wird
  • eine Vortragsreihe in Dillenburg, die sich an drei Abenden im November mit dem Thema „Christliche Verantwortung in einer globalisierten Welt“ beschäftigen wird
  • der nächste Ökumenische Gesprächskreis am 25.11. mit dem seit einiger Zeit im Pastoralen Raum Dillenburg tätigen Jesuitenpater Andreas Reichwein