Huber: Präzise Beschreibung der Differenzen nötig

Eine präzise Beschreibung bestehender Differenzen sei der erste Beitrag zu einer Ökumene der Profile, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, am Samstag vor dem Rittertag des Johanniterordens in Hamburg. Zu der ökumenischen Bewegung, die er sich erhoffe, gehöre außerdem, dass die Kirchen gemeinsam, aber in ihrer Unterschiedenheit nach außen wirken und gemeinsam ihre Spiritualität entdecken. Der Ratsvorsitzende gab in Hamburg eine Standortbestimmung im Rückblick auf die jüngste Äußerung des Vatikans und im Ausblick auf die 3. Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu Anfang September. Um in der Ökumene weiterzukommen, so der Ratsvorsitzende, müsse an gute Erfahrungen angeknüpft werden. Er verwies beispielhaft auf den Gottesdienst zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe in Magdeburg im April dieses Jahres.

(Quelle: EKD-Newsletter Nr. 255, 27. August 2007, die Links wurden von mir hinzugefügt)

Weitere Informationen:

Treffen des ökumenischen Gesprächskreises zum Thema „Was ist Kirche?“

Das nächste Treffen des ökumenischen Gesprächskreises findet morgen, am 23. August, 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in Manderbach statt. Aus aktuellem Anlass wollen wir darüber reden, worin sich das katholische und das protestantische Verständnis von „Kirche“ unterscheiden und ob die ökumenischen Bemühungen durch die vor kurzem publizierte Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre im Vatikan gefährdet sind. Pfr. Gerhard Zerfas, der frühere Seelsorger der katholischen Pfarrgemeinde in Dillenburg, hat sich bereit erklärt, ein einleitendes Kurzreferat zum Thema zu halten und die Fragen der Teilnehmer zu beantworten.

Zum Hintergrund: die Kongregation für die Glaubenslehre im Vatikan hat im Juli ein Dokument veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass die Katholische Kirche die Kirchen der Reformation nicht als „Kirchen im eigentlichen Sinn“ anerkennt. Dieses Dokument hat für einigen Ärger und Frustration gesorgt: Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, findet die Aussagen „ökumenisch brüskierend“ und spricht von einer „versäumten Chance“ (Pressemeldung der EKD vom 10. Juli 2007), ein katholischer Publizist fordert die Protestanten zu mehr Selbstbewußtsein auf (berichtet auf Jesus.de, 14.7.2007), der katholische Bischof Gerhard Feige (Magdeburg) schreibt in einem offenen Brief in der in Leipzig erscheinenden katholischen Wochenzeitung „Tag des Herrn“ (Ausgabe vom 22. Juli), es sei „wieder Salz in eine offene Wunde gestreut worden“, erwähnt aber auch, dass ihn „manche evangelischen Profilierungsbestrebungen in Deutschland mit deutlich antikatholischen Abgrenzungen befremden“.

Der ökumenische Gesprächskreis findet alle zwei Monate, Donnerstag abends von 19.30 bis 21.00 Uhr und an wechselnden Orten im Dekanat Dillenburg statt. Die Teilnahme ist unverbindlich und für Christen aller Konfessionen und geistlichen Prägungen offen.

EKD und Muslime: Dialog bleibt schwierig

Trotz fortbestehender Kontroversen wollen die EKD und der Koordinationsrat der Muslime das Gespräch fortsetzen und vertiefen. Zum Dialog gebe es keine Alternative, sagte Koordinationsrats-Sprecher Ayyub Axel Köhler nach einem Spitzentreffen in Mannheim. Der langjährige Präses der EKD-Synode, Jürgen Schmude, erklärte, kritische Anfragen und Unklarheiten seien nicht erledigt, dazu bedürfe es einer Vertiefung: „Die Kontroversen bleiben.“ Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber resümierte, das Gespräch sei von Klarheit und guter Nachbarschaft geprägt gewesen. Verstimmung im christlich-islamischen Dialog hatte das Ende November 2006 veröffentlichte EKD-Papier „Klarheit und gute Nachbarschaft“ ausgelöst. Darin hebt die evangelische Kirche deutlicher als bisher Unterschiede zwischen Christentum und Islam hervor, etwa hinsichtlich der Aspekte Gottesverständnis, Mission und gemeinsames Gebet. In einer Antwort auf das Positionspapier warfen die muslimischen Spitzenverbände der evangelischen Kirche Abgrenzung und Profilierung auf Kosten der Muslime vor.

(Quelle: EKD-Newsletter Nr. 247, 05. Juni 2007, Links wurden von mir hinzugefügt)

Mehr dazu:

Muslimische Verbände lehnen Gesprächseinladung der EKD ab

Mit Bedauern hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, auf die Absage des dritten Spitzentreffens zwischen der EKD und Vertretern muslimischer Verbände von islamischer Seite reagiert. Vier muslimische Verbände – die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e.V. (IRD), der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) und der Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. – hatten das für den 6. Februar in Berlin geplante Gespräch mit der Begründung abgesagt, dass nach der Veröffentlichung des EKD-Textes „Klarheit und gute Nachbarschaft“ im November 2006 „erheblicher Klärungsbedarf“ entstanden sei.

Weitere Informationen:

(Quelle: Newsletter Nr. 337 der EKHN vom 2.2.2007, die Links habe ich hinzugefügt)

Wolfgang Huber predigt zum Reformationstag

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat zum Reformationstag am 31. Oktober in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin gepredigt. Die Pressestelle der EKD berichtet darüber folgendes (der Text wurde von mir gekürzt):

Die Freiheit der Getauften sei das Thema des Reformationstages, erklärte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, in seiner Predigt zum Reformationstag am 31. Oktober in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Dieses Thema sei hochaktuell. „Das Reformationsfest ist kein nostalgischer Blick in ein Wittenberger Museum. Es geht vielmehr um rettende Klarheit für heute und morgen.“ (…)

Martin Luther habe die Kirche zu ihrem Ursprung gerufen und sie erneuert: „eine Kirche der Freiheit“. Viele Menschen hätten den Ball aufgenommen und ihn weitergespielt „bis zum heutigen Tag. Das zu feiern ist besser als Halloween.“ Halloween sei kein christliches Ereignis und werde in der Kirche auch nicht gefeiert, betonte der Bischof. „Die Vorstellung, dass die Geister Verstorbener als böse Geister wiederkehren, verträgt sich nicht mit dem christlichen Glauben. Für ihn sind die Verstorbenen bei Gott geborgen; sie brauchen nicht umherzugeistern.“ Der evangelischen Kirche sei auch nicht gleichgültig, dass dieses Spektakel ausgerechnet am 31. Oktober über das Land der Reformation hereinbricht. „Wir können den Reformationstag nicht zugunsten einer Gruselparty aufgeben.“

Lesen Sie die Predigt des EKD-Ratsvorsitzenden zum Reformationsfest in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Berlin

 


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Der Papstbesuch aus ökumenischer Sicht

Anlässlich des Papstbesuchs ist das Thema „Ökumene“ zur Zeit in vielen Pressemeldungen zu finden. Hier sind ein paar Links: