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Christen in Deutschland verurteilen geplante Koran-Verbrennung

A modern Arabic Quran with Persian translation...

Image via Wikipedia

Zum 9. Jahrestag der Anschläge vom 11. September in New York will eine radikale christliche Gruppierung in Gainesville (US-Staat Florida) Exemplare des Korans öffentlich verbrennen. Das Vorhaben der angeblich rund 50 Mitglieder zählenden „Dove World Outreach Center“-Gemeinde löste heftige Proteste bei Politikern, Militärs und Religionsgemeinschaften in den USA und anderen Ländern aus.

Auch in Deutschland wird diese Aktion von Christen aller Konfessionen und Prägungen deutlich kritisiert. So betonte der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth:

„Wir hoffen, dass diese Gruppe in den USA von ihrem unsinnigen Vorhaben ablässt. Mit christlichem Glauben hat das jedenfalls überhaupt nichts zu tun!“ (hier nachzulesen)

Auch der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, kritisierte die Ankündigung, am 11. September dieses Jahres den Koran zu verbrennen, scharf. Die Ankündigung sei eine „unerträgliche Provokation“, sagte Schindehütte gestern in Hannover.  Gerade zum Ende des Fastenmonats Ramadan, den Muslime in aller Welt in diesen Tagen begehen, diene eine solche Handlung nicht der Verständigung, sondern gebe radikalen Positionen und Reaktionen neuen Nährboden. Christen seien verpflichtet unter klarem Bezug auf ihr eigenes Zeugnis mit Muslimen in guter Nachbarschaft zu leben und zum Frieden beizutragen. (Quelle)

Auch ich selber finde das Verhalten dieses offenbar extrem geltungssüchtigen Pastors (vgl. den Kommentar „Was bewegt Terry Jones“ in ProMedien) abstoßend und absolut unchristlich. Die Bemühungen um einen Dialog und ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Christen werden dadurch weltweit gefährdet. Ich für meinen Teil möchte jedenfalls weiter dazu beitragen, dass Christen und Muslime den Glauben des anderen kennen und respektieren lernen.

Hören Sie hier auch ein Interview mit Jürgen Werth.

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Neujahrstag und Fastenzeit

Morgen ist ein wichtiger Tag für zwei Weltreligionen: Für die Juden beginnt mit dem Neujahrsfest Rosch Haschana das neue Jahr — nach ihrer Zeitrechnung ist es das Jahr 5768. Für die Muslime beginnt der Fastenmonat Ramadan, in dem sie sich durch Koranlektüre, Gebetsübungen und Verzicht auf Speisen und Getränke, Genussmittel und Geschlechtsverkehr von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf die Nacht Lailat-ul-Qadr vorbereiten, in der Mohammed die erste Sure des Koran empfangen haben soll.

Die Evangelische Allianz ruft mit ihrer Aktion „30 Tage Gebet für die islamische Welt“ auch in diesem Jahr dazu auf, besonders in dieser Zeit für die Muslime zu beten.