Kurzbericht zur Vollversammlung 2016 der VEM in Ruanda

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Uwe Seibert, Helga Rau, Maureen Butz und Gerhard Failing bei der diesjährigen Vollversammlung der VEM in Ruanda (Foto: Privat)

In der ersten Oktoberwoche fand in Ruanda die 8. Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) statt, die diesmal unter dem Thema „Share the Good News: Grace and Faith in Action” stand. 63 Delegierte aus 35 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland und der von Bodelschwingschen Stiftung tagten in einem Hotel in Nyamata, nahe Kigali. Als Vertreter der EKHN waren Pfr. Gerhard Failing, Dr. Helga Rau und Dr. Uwe Seibert mit dabei. Ebenfalls aus der EKHN (Dekanat Ingelheim) stammt Maureen Butz, die zurzeit im Rahmen der VEM ein Freiwilligenjahr in Ruanda verbringt und mit Straßenkindern in Kigali arbeitet. Sie hat als „Steward“ bei der Durchführung der diesjährigen Vollversammlung mitgeholfen.

Die Vollversammlung der VEM findet alle zwei Jahre abwechselnd in Afrika, Asien und Deutschland statt. Die Delegierten aus allen drei Regionen entscheiden dort gemeinsam über die strategische Ausrichtung und den Finanzhaushalt der internationalen Missionsorganisation.  Im Vorfeld gibt es immer auch eine Vorkonsultation von jungen Erwachsenen und Frauen.

Am Sonntag (1.10.) erinnerten Pioniere der ersten Stunde noch einmal an die Anfänge und an den missionarischen Auftrag der heutigen internationalen Kirchengemeinschaft. 1993 hat sich das Missionswerk in Ramatea (Botsuana) als bislang erste kirchliche Organisation in Deutschland eine Satzung gegeben, unter der ihre afrikanischen, asiatischen und deutschen Mitglieder die gleichen Rechte und Pflichten haben.

Am Montag (2.10.) ging es weiter mit einem Studientag zum Thema „Share the good news – grace and faith in action“ und einer Vorstellung der Kirchen Ruandas.

Von Dienstag bis Donnerstag fanden die Beratungen der 63 Delegierten statt – ähnlich wie bei einer Kirchensynode. Morgens gab es immer erst ein Bibelteilen in Kleingruppen, danach viele Arbeitsberichte, Aussprachen und Komiteesitzungen. Am Donnerstagnachmittag fanden dann die Wahlen zum Missionsrat statt, der alle vier Jahre neu gewählt wird.

Nach dem Ausscheiden von Regine Buschmann wurde diesmal auch ein neuer Vorsitzender des Missionsrats (Moderator) gewählt.  Als einziger Kandidat stand Willem T.P. Simarmata aus Indonesien zur Wahl, der mit großer Mehrheit zum Moderator für die nächsten vier Jahre gewählt wurde. Simarmata war bis vor kurzem Leiter der größten protestantischen Kirche in Indonesien, der HKBP in Nordsumatra. Als vormaliger VEM-Stipendiat ist er seit dem Beginn der Internationalisierung der VEM vor 20 Jahren mit der Missionsorganisation verbunden.

Darüber hinaus wählte die Vollversammlung jeweils vier Repräsentanten aus Afrika, Asien und Deutschland in den Missionsrat der VEM. Dabei wurde darauf geachtet, dass das Geschlechterverhältnis und Verhältnis von Laien und Theologen ausgeglichen ist.

Die afrikanische Region wird künftig durch folgende Mitglieder vertreten: Jane Ewoule aus Kamerun, Daphne Guriras aus Namibia, Bischof Abednego Keshomshahara aus Tansania und Bischof Jered Kalimba aus Ruanda.

Aus der asiatischen Region wurden gewählt: Pfr’in Rosmalia Barus, Tetty Aritonang und Ephorus Rumanja Purba ( alle drei stammen aus verschiedenen evangelischen Kirchen in Nordsumatra) sowie Bischof Reuel Marigza aus den Philippinen.

Die deutsche Region wird repräsentiert von Marion Unger aus der Evangelischen Kirche im Rheinland, Helga Rau aus der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau, Pfr. Ulrich Möller aus der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie von Pfr. Thomas Fender aus der Evangelisch-reformierten Kirche.

Neben dem Moderator und den zwölf Mitgliedern aus den drei VEM-Regionen ist auch ein Verreter für die internationale VEM-Jugend vorgesehen. Dazu wurde Diotim Meyer aus der Evangelischen Kirche im Rheinland gewählt.

Am Freitag war dann „Exposure Day“, an dem die Delegierten unterschiedliche Projekte besuchen. Zunächst fuhren wir zum Genocide Memorial in Kigali, wo über 250.000 Opfer des Massakers von 1994 begraben liegen. Es gibt dort ein sehr gut ausgestattetes Besucherzentrum, in dem die schrecklichen Vorfälle dokumentiert werden. Wir blieben eine Zeit lang dort und legten dann Blumen an einem Massengrab ab, bevor wir weiter fuhren zu unseren diversen Zielen.

Ich war mit meiner Gruppe in Butare im Süden Ruandas, um dort das Protestant Institute of Art and Social Science (PIASS) zu besuchen, eine interkonfessionelle Universität, die von der anglikanischen und presbyterianischen Kirche, den Baptisten, der Free Methodist Church und Pfingstkirchen gemeinsam betrieben wird.

Am Samstag gab es einen Einführungsgottesdienst für den neu gewählten Missionsrat. Am Nachmittag hatte dieser seine erste Sitzung. Danach reisten die meisten Delegierten ab, während einige noch etwas  länger in Ruanda blieben.

Die nächste Vollversammlung der VEM findet 2018 – dann wieder in Asien – statt.

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