Vier reisen nach Indonesien

Vor zwei Jahren waren wir mit einer kleinen Delegation für zwei Wochen bei der Simalungun-Kirche (GKPS), unserer Partnerkirche in Nordsumatra/Indonesien.  Teil der Reisegruppe waren damals auch der Haigerer Pfarrer Ralf Arnd Blecker  und die Gemeindepädagogin Anette Gisse. Jetzt sind die beiden noch einmal dorthin gereist. Diesmal bleiben sie länger dort. Weiterlesen

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Mitgliederversammlung 2017 des Weltladen Dillenburg e.V.

Am Donnerstagabend fand im kleinen Pfarrsaal der katholischen Pfarrgemeinde Herz Jesu die diesjährige Mitgliederversammlung des Weltladen Dillenburg e.V. statt. Zu Beginn des Abends hielt die Fair-Handels-Beraterin Cristina Pflaum aus Marburg einen Vortrag über „Bio-faires Palmöl aus Ghana“. Weiterlesen

Zu Besuch bei der Partnerkirche in Indonesien

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Dr. Uwe Seibert, Gemeindepädagogin Anette Gisse, Pfarrer Ralf Arnd Blecker und Präses Karl Heinz Ruhs bei einem Festgottesdienst in Pematang Raya. (Foto: Blecker)

Der Haigerer August Theis (1874-1968) ging als Missionar der Rheinischen Missions­gesellschaft nach Nordsumatra und kam 1903 ins Simalungun-Gebiet am Ostufer des Tobasees. Dort findet man bis heute seine Spuren. Eine Kirche, die GKPS, ist entstanden, die heute über 220.000 Mitglieder hat. Ende August hat eine kleine Delegation aus den Dekanaten Dillenburg und Herborn diese Kirche besucht, mit der die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau partnerschaftlich verbunden ist. Weiterlesen

Besuch bei der GKPS (II)

Nachdem ich nun auch mit dem Notebook Zugang zum Internet habe – bisher nur mit Smartphone, will ich ein wenig ausführlicher berichten. Bilder hochladen geht leider nicht so gut, das versuche ich ab und zu mal auf der Facebookseite https://www.facebook.com/oekumene.dekanat.dillenburg.

Nach der langen Anreise – gestartet sind wir am Freitagabend um 18 Uhr in Dillenburg, in Pematang Siantar angekommen sind wir Samstagnacht um 0.30 Uhr (nach deutscher Zeit 19:30 Uhr) sind wir in unserem Gästehaus erstmal ins Bett gefallen.

Geflogen sind wir von Frankfurt über Singapur nach Medan. Lertina Saragih, die Partnerschaftsbeauftragte der GKPS, hat uns in Medan mit zwei Autos abgeholt. Der letzte Teil dauerte dann ziemlich lang, in Medan ist immer viel Verkehr.

Am Sonntagmorgen waren wir zum Gottesdienst in einer Gemeinde in Pematang Siantar. Prf. Ralf-Arnd Blecker hat die Predigt gehalten, wir anderen haben ein Grußwort gesagt. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und haben ein Ulos überreicht bekommen, ein handgewebtes Tuch, mit dem man Freunde empfängt. Überhaupt sind die Menschen hier sehr freundlich, lachen gerne, freuen sich über Geschenke und schenken selber auch gerne, sind gerne zusammen, leben in Gemeinschaft. Nach dem Gottesdienst waren wir noch zum Essen eingeladen.

An dem Sonntag war ein „Vatertag“, d.h. alle Männer in der Gemeinde sind noch zusammen geblieben und haben gespielt und gesungen. Es gab sogar einen Sing-Wettbewerb. Der sah so aus, dass vier Männer-Singgruppen hintereinander das gleiche Lied gesungen haben und dann wurde bewertet, welche Gruppe es am schönsten vorgetragen hatte.

Am Nachmittag waren wir in Pematang Siantar unterwegs. Erstmal haben wir uns Telefonkarten besorgt. Die sind hier spottbillig. Für umgerechnet 6 Euro können wir nun zwei Monate ins Internet und bis zu 2GB Daten bewegen. Das sollte für zwei Wochen reichen. Nur mit der Tipperei auf dem Bildschirm des Smartphones tue ich mich ziemlich schwer und die Schrift ist da furchtbar klein. Ich merke, dass ich nicht mehr so gut sehe.

Später sind wir in einen heftigen Wolkenbruch geraten, der ca. eine Stunde dauerte. Wir waren gerade in einem kleinen Park unterwegs und konnten uns zum Glück in einer kleinen Laube unterstellen. Aber es regnete so heftig, dass wir erstmal nicht weitergehen konnten.

Am Montag waren wir morgens erstmal zum Geld tauschen in einer Bank, danach zu Besuch bei der Kirchenleitung der GKPS. Der neue Ephorus der GKPS, Rumanja Purba, begrüßte uns herzlich und wir saßen in einer großen Runde mit anderen Mitarbeitern der Kirchenverwaltung zusammen, um uns besser kennen zu lernen. Unsere Beziehungen zu unseren indonesischen Geschwistern sollen wieder enger werden, da waren wir uns einig.

Am Nachmittag waren wir im PKR, einem Ausbildungsprojekt für Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen die Schule abgebrochen haben und hier noch einmal eine Chance bekommen, eine – wenn auch nur 5 Monate kurze – Ausbildung als Moped-Mechaniker, Schreiner, Kosmetikerin oder Näherin zu machen. Zur Zeit sind in diesem Kurs überwiegend Mädchen, die sich über unseren Besuch sehr gefreut haben und mit denen wir uns lange unterhalten konnten.

Danach waren wir noch im PKM, einem Waisenhaus der GKPS, das es seit 2004 gibt und in dem 48 Waisen unterschiedlichen Alters zusammenleben. Der älteste geht schon zu einer Universität. Wir hatten einen sehr guten Eindruck von dieser Einrichtung.

Heute Vormittag waren wir in einer technischen Schule, wo ca. 400 Jungen lernen können, wie man schweißt, Motoren und Elektronik repariert und vieles anderes mehr. Auch von dieser Schule hatten wir einen guten Eindruck.

Nach dem Besuch in der Schule haben wir uns einen buddhistischen Tempel angesehen. Am Nachmittag waren wir dann auf dem Markt, was auch immer ein Erlebnis ist. All die vielen fremden Gerüche, Früchte, schöne Stoffe, alles auf engstem Raum. Das ist mit Worten und Bildern schwer wieder zu geben, genauso wie der chaotische Verkehr, das laute Gehupe und die schwüle Hitze.

Heute Abend sind wir zur Abendandacht bei einer Gemeinde in Pematang Siantar. Morgen geht es dann weiter nach Seri Budolok und Pematang Raya. In Pematang Raya sind wir am Sonntag zum große Festgottesdienst der GKPS, der immer am ersten Sonntag im September stattfindet. In dem Ort Sondi Raya werden wir ein paar Tage wohnen. Am nächsten Mittwoch kommen wir dann wieder zurück nach Pematang Siantar. Wenn wir zwischendurch Zeit und Zugang zum Internet haben, melde ich mich wieder.

111 Jahre GKPS

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Gäste aus Indonesien waren zuletzt im Mai 2013 bei uns in Haiger

Die „Protestantische Simalungun-Batak-Kirche“ (GKPS) in Nordsumatra/Indonesien geht auf die Arbeit der Rheinischen Mission zurück. Im Jahre 1903 hat August Theis aus Haiger mit indonesischen Mitarbeitern mit der Missionsarbeit im Simalungun-Gebiet am Ostufer des Tobasees begonnen. Heute hat die Kirche über 220.000 Mitglieder in über 90 Gemeinden, die über 560 Dörfer und Städte versorgen und ist eine Partnerkirche der EKHN.

Letztes Jahr war eine Frauengruppe aus dem Dekanat Bad Marienberg während des 110jährigen Jubiläums der GKPS gerade dort zu Besuch. Einen Reisebericht findet man auf der Internetseite „Evangelisch im Westerwald“ (Link), einige Fotos auf der Internetseite der GKPS (Link).

Auch das Dekanat Dillenburg pflegte bis Ende der 90er Jahre eine ökumenische Partnerschaft mit der GKPS. Zuletzt 1993 war eine kleine Gruppe aus unserem Dekanat beim 90. Jubiläum der GKPS anwesend. In den letzten Jahren waren immer wieder Gäste aus der GKPS zu einem Kurzbesuch bei uns. Im kommenden Jahr (Ende August/Anfang September 2015) wollen wir nun auch mit einer kleinen Gruppe aus dem Dekanat Dillenburg zur GKPS fahren, um an die früheren Beziehungen anzuknüpfen.

Am kommenden Wochenende feiert die GKPS  ihr 111. Jubiläum. Unseren Geschwistern in der Simalungun-Kirche senden wir dazu herzliche Segenswünsche! 

Tote bei erneutem Ausbruch des Sinabung

(via VEM) Bei einem erneuten Ausbruch des Vulkans Sinabung in Nord-Sumatra sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Einige werden noch vermisst. Vermutlich ist ein ganzes Dorf unter der Aschewolke begraben worden.

Der Sinabung gibt seit Monaten keine Ruhe. Im September 2013 ist der Vulkan schon einmal ausgebrochen. Fast 30.000 Menschen sind damals aus ihren Dörfern am Fuße des Berges geflohen. Über 6.000 von ihnen wurden seither von Freiwilligen und Mitarbeitenden der Christlich-Protestantischen Karo-Batakkirche (GBKP) betreut und versorgt.

Alle Hoffnung für eine baldige Rückkehr in die Heimatdörfer ist jetzt durch diesen Ausbruch vernichtet worden. Die Flüchtlinge bitten uns zu beten. Für ein Ende der Ausbrüche und für eine baldiges Ende ihres Daseins als Flüchtlinge. Die GBKP leistet seit mehr als vier Monaten großartiges in der Versorgung der Flüchtlinge. Sie erhalten Unterstützung durch das örtliche Militär und andere lokale Hilfsorganisationen.

Die Vereinte Evangelische Mission bittet um Spenden für die Nothilfearbeit der GBKP: Spendenkonto 90 90 90 8 bei der KD-Bank eG, BLZ 350 601 90, Stichwort: Vulkan Sinabung. Auch online sind Spenden möglich. Besuchen Sie dazu die Internetseite www.vemission.org/spenden.html.

Ein Besuch in der Simalungun-Kirche

Nachdem am Samstag die VEM-Vollversammlung mit einem Einführungsgottesdienst für den neuen Missionsrat zu Ende gegangen ist, reisen einige der Delegierten der verschiedenen Mitglieds-Kirchen der VEM zurück in ihre Heimatländer. Andere bleiben noch ein wenig in Indonesien, um Partnerkirchen zu besuchen. So auch ich – ich besuche die protestantische Simalungun-Batakkirche (GKPS), die Partnerschaften mit dem Dekanat Bad Marienberg und den Kirchenkreisen Hagen und Solingen unterhält und früher auch mit dem Dekanat Dillenburg partnerschaftlich verbunden war.

Am Samstagmittag wurde ich von der Dekanin des Kirchenkreises Raya der GKPS abgeholt. Ihr Auto war zum Glück groß, denn außer mir waren noch zwei Ökumene-Mitarbeiter der GKPS – Lertina Saragih und Lermianna Girsang mit im Auto, außerdem Elisabeth Steinhard,  Nele Christofzik und Annika Huneke – zwei Freiwillige der VEM–, sowie unser ganzes Gepäck. Nele arbeitet in einem Kinderheim in Pematang Siantar. Annika arbeitet im Alpha-Omega Zentrum für Behinderte der GBKP in Kamanjahe.

Annika stieg in Kamanjahe aus, wir anderen fuhren weiter nach Sari Budolok. Dort gab es in einer Klinik ein Treffen mit Pastoren, Vikaren und Mitarbeitern der Klinik. Die Dekanin gab einen kurzen Überblick über die Struktur der GKPS und erzählte dann einiges über ihren Distrikt . Es ist eine ländliche Gegend, wo die meisten Menschen von Landwirtschaft leben. Leider haben sie das Problem, dass sie für ihre Produkte oft nur einen schlechten Preis bekommen, außerdem gibt es auch Transportprobleme. Es gibt hier zwar viele Autos, LKWs und Motorräder, aber die Straßen sind in einem traurigen Zustand. Von den Feldern transportieren die Bauern ihre Produkte zum Teil noch mit Wasserbüffeln.

Nach dem Treffen wurden wir von dem Mann der Dekanin nach Sondi Raya gefahren worden, um in einem Internat zu übernachten. Das Internat hat Elisabeth Steinhard aufgebaut. Als wir dort ankamen, gab es Tränen des Wiedersehens, aber auch der Trauer, weil vor kurzem die Leiterin des Internats gestorben war.

Am Sonntag waren wir viel unterwegs. Nach dem Frühstück ging es erst nach Saribu Dolok, wo ich den Gottesdienst halten durfte. Bei der Vorstellung im Gottesdienst bekamen wir ein Simalungun-Tuch als Begrüßungsgeschenk überreicht. Es hat sogar die Farben der EKHN! Ich denke, das werde ich demnächst im Gottesdienst als Stola tragen. Außerdem hat man mir einen Simalungun-Namen verpasst: Saragih Simamarta. So bin ich jetzt offiziell in den Simalungunstamm aufgenommen worden.

Nele, Elisabeth und ich haben ein schönes Simalungun-Tuch geschenkt bekommen.

Nach dem Gottesdienst und den üblichen Foto-Shootings haben wir ein Kaffee-Projekt der Kirche angesehen. Dort können die Bauern ihren Roh-Kaffee zur Weiterverarbeitung abgeben. Der Kaffee wird dann weiter nach Medan transportiert und geht von dort vor allem in die USA. Leider ist der Verdienst gering und abhängig von den schwankenden Weltmarktpreisen. Eine Verbindung zu einer Fairtrade-Organisation wäre hilfreich.

Nach dem Essen haben wir dann verschiedene Ausflüge gemacht. Erst zum Sipisopiso Wasserfall, dem höchsten Wasserfall in Indonesien. Unterwegs haben wir Ananas gekauft – drei Stück für ein Euro – und Mandarinen gepflückt in der Plantage der Neffen einer unserer Begleiterinnen.

Vom Wasserfall aus sind wir dann zu einem Museum, wo man das alte Gehöft der Simalungun-Fürsten sehen kann. Danach sind wir zurück nach Sondi Raya, um unser Gepäck zu holen und dann nach Pematang Siantar.  Dort wohne ich in einem Gästehaus der GKPS, wo es auch einen Internet-Zugang gibt. So kann ich Kontakt mit zu Hause halten und ab und zu ein paar neue Fotos (Link zu den Fotos ) auf Facebook posten.

Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission hat begonnen

Teilnehmer aus der EKHN bei der Vollversammlung der VEM in Nord-Sumatra: Uwe Seibert, Helga Rau, Wiebke Werner, Elisabeth Steinhard und Jörg Stähler (Foto: Uwe Seibert)

Unter dem Leitwort „Trachtet nach Frieden mit jedermann – Zusammenleben mit anderen Religionen “ wurde am Montag die 6. Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Berastagi /Indonesien (im Nordwesten Sumatras) eröffnet. Mehr als hundert Delegierte, Beobachter, Gäste und Experten werden bis zum 27. Oktober beraten. Die VEM-Vollversammlung ist das höchste Organ der Kirchengemeinschaft in drei Erdteilen und entscheidet über zukünftige Schwerpunkte der Zusammenarbeit innerhalb der VEM-Gemeinschaft. Weiterlesen

Tsunami auf Mentawai-Inseln: VEM hilft

(via VEM, Meldung vom 27.10.2010) Das schwere Erdbeben und der anschließende verheerende Tsunami nahe der indonesischen Inselkette Mentawai hat voraussichtlich mehrere hundert Menschen das Leben gekostet. Allein im Dorf Muntei an der Westküste der Insel Nord-Pagai starben 78 Menschen, mehr als 100 Dorfbewohnerinnen und -bewohner werden noch vermisst. Dies berichtete die Christlich-Protestantische Mentawai-Kirche (GKPM), eine Mitgliedskirche der Vereinten Evangelische Mission (VEM), der VEM-Zentrale in Wuppertal. (weiterlesen)

Sinabung ist wieder ausgebrochen — VEM hilft

(via VEM) Nach dem erneuten Ausbruch des Vulkans Mount Sinabung auf Sumatra/Indonesien am Freitag sind zehntausende Menschen auf der Flucht. Mindestens 25.000 von ihnen haben bereits Zuflucht in Einrichtungen der Christlich-Protestantischen Karo-Batakkirche (GBKP) gesucht, einer Mitgliedskirche der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Für die Unterstützung der Flüchtlinge in 15 Flüchtlingscamps hat die VEM 10.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. (weiterlesen auf der Website der VEM)

Lesen Sie auch: Flucht vor dem Vulkan

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